Ein Naturparadies vor der Haustüre

Die Sonnenbergbahn führt hinauf aufs Plateau, die von der Bergstation aus einen einmaligen Ausblick auf die Zentralschweiz und das Alpenpanorama bietet. Auf dem Sonnenberg ist die Natur der Schauplatz für viele Freizeiterlebnisse.

Das kann die Natur aber nur, wenn wir uns alle Mühe geben, der Natur Sorge zu tragen. Denn die Natur ist auch auf dem Sonnenberg ein kostbares Gut. Danke, wenn Sie den Tieren auf dem Sonnenberg mit Respekt begegnen.

Ein typisches Merkmal des Baumbestandes auf dem Sonnenberg sind die Allen. «Allen» sind entlang von Strassen und Wegen künstlich angelegte Baumreihen. Während Napoleon die Allen einst bauen liess, damit seine Soldaten im Schatten marschieren konnten («Allee» kommt vom französischen Wort «aller» = gehen), gehen die Alleen auf dem Sonnenberg zurück auf den Belle Epoque-Tourismus. Sie sollten nicht nur den Landschaftsraum strukturieren, sondern den Spaziergängen auch Schatten spenden. Typische Alleebäume sind Linde, Ahorn, Eiche, Platane und Rosskastanie, aber auch Walnuss, Hainbuche, Blutbuche, Rotbuche und Obstbaumarten. Früher waren auch Ulmen verbreitet.

In der Baumreihe auf dem Sonnenberg wachsen vor allem zwei Baumarten. Im vorderen Teil ist dies die Krimlinde, weiter hinten steht mit der Lärche ein eher ungewöhnlicher Alleebaum.

Krimlinde: Im vorderen Teil der Allee während bilden Krimlinden (Tilia x euchlora, eine Mischung aus Winterlinde und Schwarzmeerlinde) die Allee. Im oberen Teil wachsen die Äste innen steil nach oben und hängen aussen herunter. Das gibt der Krimlinde ein schmale, typische hohe Form. Der Baum wird 15 – 18 Meter hoch. Ende Juli öffnet die Krimlinde ihre duftenden Blüten. Dies ist für eine Linde eher spät. Linden haben eine grosse Bedeutung in der Geschichte. Auch in Kriens stand früher eine Linde auf dem Dorfplatz. Unter Linden wurde früher Gericht gehalten aber auch Feste gefeiert und getanzt.

Lärche: Die Lärche (Larix decidua) ist der einzige einheimische Nadelbaum, der im Winter seine Nadeln verliert. Vor dem Fall im Herbst verfärben sich die Nadeln leuchtend goldgelb. Im Frühling spriessen die weichen hellgrünen Nadeln in Büscheln von 10 – 60 auf einem Kurztrieb. Die weiblichen Zapfen sind während der Blütezeit (Ende April) dunkelrot und werden später grün und in der Reife braun. Sie bleiben mehrere Jahre an den Zweigen hängen, auch nachdem die Samen herausgefallen sind. Sie fallen erst nach 5 - 10 Jahren zusammen mit den dürren Ästen ab. Natürlicherweise kommt die Lärche nur in den Zentralalpen vor. Der Baum wird bis zu 50 Meter hoch.

Spechtbaum: Direkt beim grossen Spielplatz steht ein alter Baum. Seine Wurzeln versorgen ihn nicht mehr mit Wasser. Wenn er heute trotzdem noch da steht, dann deshalb, weil Spechte darin eine neue Heimat gefunden haben. Die Vogelfamilie der Spechte enthält 28 Gattungen und mehr als 200 Arten. Die Spechte sind gestreckt gebaute Vögel mit starkem, geradem, kantigem Meisselschnabel, der besonders bei den Echten Spechten (Picinae) fast so lang wie der Kopf ist. Der Schädel weist spezielle Anpassungen auf, die dazu dienen, Erschütterungen zu dämpfen, beispielsweise eine federnde Verbindung zwischen Schnabel und Hirnschädel. Die dünne, platte und hornige Zunge ist weit vorstreckbar und besitzt kurze Widerhaken am Ende. Wenn Spechte mit Kraftaufwand und Ausdauer gegen Baumstämme klopfen, wollen sie damit das Holz zerspanen, um Futter zu finden, Nisthöhlen «zimmern» oder ihr Revier markieren, um Geschlechtspartner anzuziehen.

Das Klein-Biotop ist einem alten Steinbruch am Sonnenberg unterhalb der Chrüzhöchi angelegt. Mit der Sanierung des Wasserreservoirs Chrüzhöchi versiegte ein wichtiger Wasserzufluss, das Biotop trocknete zusehends aus. Im Jahr 2008 wurde das Biotop aber wieder erstellt, um den dort angesiedelten Amphibien eine Überlebenschance zu geben. Anzutreffen sind hier insbesondere Bergmölche (Triturus alpestris) und Grasfrösche (Rana temporaria) als typische Frösche des Hügel- und Berglandes.

Glögglifrösche

Auf Ehrendingen findet sich ein Kleinbiotop mit einer Kolonie der seltenen «Geburtshelferkröten». Die kleinen, zierlichen Froschlurche von meist unscheinbarer, grauer oder brauner Färbung werden in der Schweiz wegen ihrer speziellen Laute auch «Glögglifrosch» genannt. Die Männchen übernehmen während der Paarung an Land die Laichschnüre/Eier von den Weibchen, indem sie sie in komplizierten Bewegungsabläufen um ihre Hinterbeine bzw. Fersengelenke wickeln. Danach tragen sie die Eier mehrere Wochen mit sich herum, bis sie die ausschlüpfenden Kaulquappen schließlich in ein Gewässer entlassen.

Mehr zum «Tier des Jahres 2013» bei Pro Natura

Tiere brauchen Raum, Nahrung und Ruhe zum Leben. In der dichtbesiedelten Agglomeration Luzern sind das hohe Anforderungen, denn intakte Lebensräume werden immer rarer. 

Der Wald auf dem Sonnenberg gehört von seiner Lage auf dem Rücken des Sonnenbergs her typologisch zu den Voralpen. In diesem Wald finden Feldhasen, Füchse, Marder und Rehe, aber auch Eichhörnchen und viele weitere Tiere ihren Lebensraum. Auch die Welt der Vögel ist auf dem Sonnenberg äusserst artenreich, genauso wie jene der Klein- und Kleinsttiere (Insekten etc.)

Das Nebeneinander zwischen den Anliegen der Natur und jenen der erholungssuchenden Menschen stellt auf dem Sonnenberg eine ganz besondere Herausforderung dar. Letztlich ist es immer der gesunde Menschenverstand, der den besten Weg weist.

Als Faustregel gilt: «Der Mensch ist in der Natur zu Gast, die Tiere sind dort zu Hause!»