Kurzfassung der Geschichte

Eine Kurzfasung der Geschichte der Sonnenbergbahn

Die Sonnenbergbahn in Kriens hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Einst auf private Initiative zur Erschliessung des Grand Hotels gebaut, stand sie nach den Kriegsjahren vor der Einstellung, weil auch das Hotel geschlossen und später abgegrissen wurde.  Die Kriener Bevölkerung aber zeigte Herz für «ihr» Bähnli und entschied sich an einer Volksabstimmung, die Bahn zu übernehmen. Seither ist die Stadt Kriens Hauptaktionärin der Sonnenbergbahn und unterstützt den Bahnbetrieb mit einem jährlichen Beitrag - als Teil der Freizeiterlebnisse, aber auch als Referenz an die Krienser Industriegeschichte und den Tourismus, der noch heute eine wichtige Rolle spielt in Kriens

Die Geschichte der Sonnenbergbahn geht zurück auf die Zeit des Belle Epoque-Tourismus in der Innerschweiz. Als Eisenbahnen und Strassen gebaut wurden, konnten auch weniger sportliche Menschen die Alpenwelt als Kulturraum entdecken. Grosse Palast- und Grandhotels an landschaftlich schönen Plätzen zeugen noch heute von jener Zeit, als die Reichen und Vornehmen in die Ferien fuhren.

Mit der Inbetriebnahme der dampfbetriebenen Bahn auf die Rigi wurde 1871 ein erster Innerschweizer Berg als Erholungsraum erschlossen. Ihr folgten weitere Bahnen: 1883 die Stanserhornbahn, 1884 die Gütschbahn, 1888 die Bürgenstockbahn (erste elektrische Drahtseilbahn) und 1889 die Zahnradbahn auf den Pilatus.

Insgesamt wurden zwischen 1879 und 1935 in der Schweiz 63 Bergbahnen gebaut.

In diese Zeit der grossen Bergbahnprojekte fällt auch die Anfangszeit der Sonnenbergbahn. 1857 war auf dem Sonnenberg ein Kurhaus erbaut worden. Doch die wunderschöne Aussicht war erst nach einer beschwerlichen Anreise zu Fuss, mit Eseln oder mit einem Pferdegespann zu geniessen.

Mit dem Bau der Trambahn von Luzern nach Kriens-Post (Eröffnung: 2. September 1900) und der anschliessenden Verlängerung war für Hotelier J.A. Widmer (Besitzer des Hotels Sonnenberg) und Maschineningenieur Xaver Buss eine wichtige Voraussetzung erfüllt, um auch den Sonnenberg «zeitgemäss» mit einer Bahn zu erschliessen.

Denn alle früheren Pläne dafür waren gescheitert. Entweder, weil Kriens nicht am Schienennetz angeschlossen war oder weil die technischen und finanziellen Voraussetzungen nicht gegeben waren. 1901 konnte damit das Bahnprojekt in Angriff genommen werden.

Während Dreivierteljahren wurde das Trassee an der Nordseite des Sonnenbergs gebaut. Insbesondere die Sprengarbeiten für den 85 Meter langen Tunnel gleich nach der Talstation forderten die Geduld der Erbauer genauso wie jene der Anwohnerschaft.

Am 5. Mai 1902 war der Bau abgeschlossen, die Betriebsbewilligung lag auf dem Tisch und die ersten Fahrten des «blauen Bähnlis» brachten Gäste auf den Sonnenberg.

Mit dem ersten Weltkrieg brach der Tourismus zusammen. Der Bahnbetrieb auf den Sonnenberg musste ganz oder teilweise eingestellt werden. Selbst als das Grand Hotel Sonnenberg im Mai 1916 zum Flüchtlingsheim wurde, konnte der Bahnbetrieb nur reduziert aufgenommen werden.

Der zweite Weltkrieg raubte der Bahn dann die letzte Perspektive. 1941 wurde der Hotelbetrieb eingestellt, 1947 wendete die Strassenbahn wieder im Krienser Ortszentrum.

Um den Abbruch der Bahn zu verhindern, ersteigerten sich die Firma Bell & Cie, die Nationalversicherung Basel und die Gemeinde Kriens 95 Prozent der Aktien an der Sonnenbergbahn. Die Zukunft aber sah düster aus, denn im gleichen Jahr wurde das abgewirtschaftete Hotel Sonnenberg von der Armee im Rahmen einer Übung etappenweise abgerissen.

Gemeinde und Bevölkerung von Kriens aber hingen an «ihrem» Bähnli: Nach einem Kredit zur Sanierung der Bahn wurden 1957 Betrieb und Rechnungsführung gänzlich von der Gemeinde übernommen.

1962 wurde das heutige Hotel Sonnenberg unweit entfernt vom alten Grandhotel neu gebaut. Doch Bahn und Hotel waren längst nicht mehr die touristische Einheit von einst. 1968 drohte deshalb nach dem Grand Hotel auch der Bahn das Ende. Die politischen Behörden in Kriens sahen in der Bahn eine zu grosse finanzielle Belastung mit zu geringem Nutzen und schlugen deshalb vor, den Bahnbetrieb einzustellen.

Das Krienser Stimmvolk aber entschied anders. Am 7. Juli 1968 stimmten 808 Männer für, 817 jedoch gegen eine Schliessung! Das Krienser Stimmvolk hatte entschieden - und damit seinen Willen zum Ausdruck gebracht, dass die Bahn als Stück der Krienser Geschichte weiter bestehen sollte.

Eine zweite Blüte erlebte die Sonnenbergbahn in jüngerer Vergangenheit. 1982 hatte sich das Krienser Stimmvolk ein drittes Mal zur Sonnenbergbahn zu äussern. Und wieder fiel das Votum klar aus: Krienserinnen und Krienser wollen «ihr» Bähnli behalten.

Die Aktiengesellschaft ist zwar selbständig, die Mehrheit der Aktien aber befindet sich in Stadtbesitz. Unter der Regie des Baudepartementes wurde die Bahn in der Folge Schritt für Schritt im Rahmen der ordentlichen Unterhaltsarbeiten saniert. Teile der Bahnanlage wie Antriebs- und Sicherheitstechnik, Wagen, Stationsgebäude wurden erneuert. Der Verwaltungsrat leistete grosse Anstrengungen, um der Bahn immer wieder für die nötigen Fahrgastfrequenzen zu sorgen.

Mit der Aufnahme ins Denkmalschutz-Verzeichnis und den Feierlichkeiten zum 100-Jahr-Geburtstag im Jahr 2002 wurde die Grundlage geschaffen für eine vollständige Generalüberholung der Bahn. Diese wurde im Jahr 2007 abgeschlossen. 1,386 Mio. Franken wurden für die komplette Sanierung der gesamten Bahn-Infrastruktur eingesetzt, die von der Denkmalpflege, Gemeinde sowie von Privaten und Gönnern zur Verfügung gestellt wurden.

Damit erfüllt die Sonnenbergbahn die strengen Anforderungen des Bundesamtes für Verkehr (BAV) bezüglich Sicherheit und Zuverlässigkeit und erhielt die Betriebsbewilligung wieder bis 2026.

Eine alljährliche Überprüfung jeweils vor Beginn der Bahnsaison nach den Normen der Konzessionsbehörde bietet Gewähr für die Betriebssicherheit.